Auswärtssieg zum Rückrundenauftakt

Als wir zum ersten Mal auf den VfL Osnabrück trafen, lag die Liga noch jungfräulich vor uns. Die Hoffnungen waren groß, die Ambitionen ebenso. Am Ende hatte es nur zu einem torlosen Remis gereicht, die Chance, auf einen Auftaktsieg war uns durch die Hände geflutscht. Und auch in der Folge mussten wir häufig feststellen, dass Regionalliga-Punkte wie Aale sind. Umso wichtiger war es, die liegengelassenen Punkte zumindest beim Rückspiel mitzunehmen. Doch Gleiches werden sich wohl auch die Osnabrücker im Vorfeld gesagt haben – wenn sie gegen uns schon auswärts ein Remis erkämpft hatten …
Die Aufgabe war also nicht einfach.

Das Wetter war dem Datum entsprechend spätherbstlich mit reichlich Nebeltröpfchen in der ungemütlich kalten Luft, und das „Flutlicht“ war nicht dazu angetan, hellwach ans Werk zu gehen.

Konnten wir die Osnabrücker im Hinspiel noch einigermaßen mit unserem beherzten Auftreten überraschen, war es diesmal der VfL, der überraschend forsch begann. So standen unsere Jungs auch zu Anfang mehr unter Druck, als uns lieb sein konnte, doch überstanden sie diese Phase unbeschadet und fanden nach etwa zehn Minuten besser ins Spiel.

Als die Gegener nach einer Ecke den Ball nicht sicher klären konnten, fasste sich Moritz aus gut 20 Metern ein Herz und beförderte den Ball mit Nachdruck zurück in den Strafraum. Im dortigen Getümmel fand dieser dann irgendwie den Weg zu Peer, der etwa in Höhe des Fünfmeter-Ecks an den Ball kam. Peer blieb cool und hob den Ball butterweich über den Torwart hinein ins Netz. Cool, cooler, Peer! Wir führten nach 16 Minuten 0:1! Und noch sooo lange zu spielen.

Die Osnabrücker legten nun eine Schippe drauf, aber wir hatten das Tor im Rücken. Nach weiteren 16 Minuten war es Quint, der von der Strafraumgrenze einfach mal abzog und wieder war die Vollversammlung im Strafraum auf unserer Seite. Irgendwie wurde der Ball so abgefälscht, dass er hinter der Linie landete – 0:2! Dies war auch der Halbzeitstand.

Es braucht nicht viel Fantasie, sich auszumalen, wie aufmunternd die Ansprache des Osnabrücker Traines ausgefallen sein mag, jedenfalls kamen seine Jungs hoch motiviert aus der Kabine. Sie drängten auf den Anschluss und mindestens einmal war es nur ein ein knappes Abseits, das uns vor einem Gegentor bewahrte. Doch je länger das Spiel dauerte, desto klarer wurde den Osnabrückern, dass es an diesem Tag gegen unsere Jungs nichts zu holen gab. Am Ende hätten Sandjar und Marcel gut und gern noch das dritte und vierte Tor machen können, doch das wäre vielleicht auch des Guten zu viel gewesen.

So siegten wir verdient zum zweiten Mal in Folge auf fremden Platz und starten nun voller Hoffnungen und mit großen Ambitionen in die Rückrunde. Doch jetzt ist erstmal Winterpause.

Auswärtserfolg beim SV Nettelnburg-Allermöhe

Entgegen vereinzelt aufgetauchter Gerüchte, befindet sich am Henriette-Herz-Ring tatsächlich ein Sportplatz und nicht nur ein Punkte-Ausgabe-Häuschen. Auch wenn bisher nicht ein einziger Regionalliga-Punkt auf dieser Anlage verblieben war, war nicht mit einem Spaziergang zu rechnen, denn erst vor kurzem hatte der SVNA beim FC St. Pauli drei Punkte entführt. Leider sahen unsere Jungs in der Vergangenheit gegen vermeintliche Underdogs alles andere als gut aus, so dass heute nur eins zählte: ein Sieg.

Unser Team – noch immer vom Verletzungspech geplagt – begann schwungvoll, ergriff sofort das Zepter und erspielte sich ein paar gute Chancen, aber wie so häufig, kam auch diesmal nichts Zählbares dabei heraus. Die Nettelnburger unternahmen selbst wenig, verlegten sich auf’s Kontern. Wenn sie sich dennoch manchmal in unserer Hälfte festsetzen konnten, erfolgte dies fast immer „auf ausdrückliche Einladung“ unsererseits.

In der 33. Minute war es aber endlich soweit: Junior trat einen Freistoß etwa von der rechten Strafraumecke Richtung Elfmeterpunkt, wo Lukas den Ball per Kopf ins lange Eck verlängerte.

Auch in Hälfte zwei sind wir das bessere und spielbestimmende Team, aber unsere Aktionen wirken oft halbgar und mitunter ist der Zuschauer gezwungen, den Atem anzuhalten, weil der SVNA einfach mal auf’s Tor schießt.

Erst in der 58. Minute erzielt Timon das erlösende 0:2 per Abstauber.

Am Ende steht ein glanzloser Sieg, aber eben ein Sieg.

Wir schließen die Hinrunde mit mageren zehn Punkten auf einem Abstiegsplatz ab. Das ist sicher weniger als erhofft, aber Rückrunden sind ja dazu da, um alles besser machen zu können …

Ob das gelingt, wird sich schon in zwei Wochen zeigen, wenn wir beim  VFL Osnabrück zu Gast sein werden. Hier hatten wir im Hinspiel bekanntlich zwei Punkte liegen lassen – es ist also noch eine Rechnung offen, hoffentlich mit dann insgesamt vier Punkten unterm Strich.

Bittere Heimpleite gegen Eintracht Braunschweig

Und wieder wurde nichts aus dem Traum vom Dreier. Drei verletzungsbedingte Ausfälle im Stammkader waren sicher mit Schuld daran, dass es wieder nicht klappte.

Zwar konnten wir das Spiel lange Zeit offen gestalten – nach 0:1 Rückstand brachte uns Johannes zurück ins Spiel – aber am Ende ging Braunschweig als verdienter Sieger vom Platz. Wir kassierten damit die zweite Heimniederlage und müssen nun auswärts beim SVNA die Punkte holen. Auch das dürfte aber keine leichte Aufgabe werden.

Spielverlauf der Regionalliga-Begegnung Niendorfer TSV - Eintracht Braunschweig
Spielverlauf der Regionalliga-Begegnung Niendorfer TSV – Eintracht Braunschweig

Auswärts beim HSV

Nachdem wir in der Landesliga auf eigenem Platz mit 1:0 gegen das Leistungszentrum des Bundesligadinos gewonnen hatten und in der Oberliga auswärts 2:2 gespielt hatten, war uns vor diesem Auswärtsspiel nicht bange.

Leider hatten wir einige verletzungsbedingte Ausfälle zu vermelden, was einige Umstellungen nötig machte. Die Anfangsphase gehörte dann leider den Platzherren, die nach acht Minuten – wieder einmal aus stark abseitsverdächtiger Position, diesmal jedoch ohne Videobeweis – in Führung gingen. Hatten unsere Jungs bis dahin sehr nervös und fahrig begonnen, fanden sie nun besser ins Spiel und insbesondere die Abseitsfalle funktionierte prächtig.

Mit diesem knappen Rückstand ging es bei eisigen Minustemperaturen zum Pausentee – leider nur für die Akteure, die Zuschauer konnten sich nirgends auswärmen, auch der Kiosk hatte dicht.

In Hälfte zwei machten unsere Jungs dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Sie erspielten sich einige Torchancen und zweimal hätte der Schiri nach einem Foul im Strafraum auf den Punkt zeigen müssen, tat er aber nicht. Auch die HSVer kamen zu einer Großchance, als  ein arg verunglückter Ball nur wenige Meter vor unserem Strafraum beim Gegner landete. Doch der Schuss verfehlte zum Glück das Tor. Die Zeit verrann, und wir lagen immer noch hinten. Trainer Mo reagierte, brachte Samuel für Junior, Peer für Nikola und Timon für Janne. Dreierkette! Moritz rückte in die Kette, Tom ging nach vorn. Keine Minute war Timon auf dem Platz, als er einen Ball, der eigentlich für Marcel gedacht war, erlief und plötzlich aus halblinker Position frei auf den Torwart zulief. Dieser kam hinaus, verkürzte geschickt den Winkel, doch Timon blieb cool, passte den perfekten Moment ab und schob den Ball am Torwart vorbei ins lange Eck, wo er direkt neben dem Pfosten zum 1:1 Ausgleich einschlug. Das Tor war allemal verdient. Die Frage war nur, was würde nun passieren, da noch gut sieben Minuten auf der Uhr waren? Nun, der HSV wechselte ebenfalls. Das Spiel ging auf und ab, jeder der beiden Mannschaften wollte den Sieg – kein Ballgeschiebe, keine spontanen Schwächeanfälle. Doch die Jungs waren ein hohes Tempo gegangen und dies forderte nun seinen Tribut. Die Beine wurden schwerer, die Konzentration ließ nach, die Zuspiele kamen nicht mehr ganz so präzise. Kurz vor Schluss brachte Mo dann noch Salim für Jannik.

Am Ende blieb es beim leistungsgerechten 1:1. Der HSV konnte die Niendorfer auch beim dritten Aufeinandertreffen in Folge nicht bezwingen. Glückwunsch an unsere Jungs!

In der nächsten Woche kommt die Braunschweiger Eintracht an den Sachsenweg. Es wäre doch mal wieder Zeit für einen Dreier, oder?

 

Heimspiel gegen den FC St. Pauli

Die Begegnungen mit den „Kiezkickern“ waren zuletzt wenig erfreulich. Bescherten sie uns doch binnen einer Woche das Pokal-Aus und dann in der Oberliga ein trauriges Remis gegen völlig ausgelaugte Paulispieler, bei dem wir den Ball trotz einiger Großchancen einfach nicht über die Linie bekamen. Dies sollte nun anders werden, hatten wir uns vorgenommen.

Wir hatten in der letzten Woche in Wolfsburg eine schmerzhaft hohe Niederlage kassiert, doch auch Pauli hatte beim Tabellenletzten aus Allermöhe gepatzt und den bisher punktlosen Kickern aus Hamburgs Süden gleich alle drei Punkte hinterlassen.

Entsprechend engagiert gehen die Gäste nach dem Anpfiff zu Werke. Pauli gehören die Anfangsminuten, doch dann findet Niendorf immer besser ins Spiel. Leider fällt nach nur 17 Minuten Josh verletzt aus – nachdem schon Quint wegen einer Verletzung gar nicht im Aufgebot ist, ein herber Rückschlag für unser Mittelfeld. Große Höhepunkte gibt es in Hälfte eins jedoch nicht und es geht leistungsgerecht torlos in die Pause.

Die zweite Halbzeit eröffnen unsere Jungs mit einem Paukenschlag, als Marcel einen strammen Schuss aus zentraler Position von der Strafraumkante an den Innenpfosten hämmert. Der schon geschlagene Torwart kann dem Ball nun noch hinterherschauen. Doch der Ball prallt leider ins Feld zurück – da fehlten sicher nur wenige Zentimeter!

Pauli steht nun fortwährend unter Druck und kann sich nur noch selten aus der eigenen Hälfte befreien. Unsere Jungs schnüren die Paulianer regelrecht ein, es spielt nur noch Niendorf.

So ist es nur eine Frage der Zeit, dass wir in Führung gehen. Schließlich ist es Sandjar, der mit einem beherzten Schuss von aus etwa 18 Metern die 1:0 Führung besorgt. Aber es sind noch immer sieben Minuten plus Nachspielzeit auf der Uhr. Nun ist klar, dass Pauli alles tun wird, um eine erneute Niederlage abzuwenden. Sie kommen immer wieder über ihre linke Seite. In der 65. Minute kommt es dann zu einem Allerweltszweikampf am linken Strafraumeck, der Paulianer geht nach einem regelkonformen Teckling zu Boden – und der Schiri zeigt auf den Punkt. Die Zuschauer toben, aber es nützt nichts, Pauli gleicht per Strafstoß aus. Dieses Tor stellt den Spielverlauf auf den Kopf. Aber die Niendorfer geben nicht auf, greifen wütend weiter an.

Dann die letzte Minute der regulären Spielzeit – es brennt im Pauli-Strafraum wieder einmal lichterloh, Marcel will sich gerade den Ball zurechtlegen, als er gefoult wird und zu Boden geht. Das Publikum ist außer sich, fordert den fälligen Strafstoß, doch der Pfiff bleibt aus. An der Eckfahne steht der Linienrichter und reckt eisern seit langen Sekunden seine Fahne in die Höhe. Alle sehen es, alle, nur nicht der Schiedsrichter. Doch die Proteste lassen nicht nach, so dass auch der Schiri seinen Assistenten nicht länger ignorieren kann. Vermutlich weiß er längst, dass es ein Fehler war, nicht zu pfeifen, denn als er sich endlich umdreht, zeigt er ohne weitere Rücksprache mit dem Mann an der Seitenlinie auf den Punkt. Es gibt den fälligen Elfmeter.

Sandjar schnappt sich den Ball – er hat ja bereits getroffen. Die Stimmung ist indes am Überkochen. Emotionen brechen sich auf beiden Seiten Bahn und nicht alle Wortmeldungen sind druckreif, aber so ist Fußball! Der Ball liegt nun endlich auf dem Punkt, der Schiri pfeift und es wird still in der Sachsenweg-Arena. Sandjar läuft an. Es ist ein besonderes Duell, denn noch vor wenigen Monaten hütete Leon – nun im Paulitor – den Niendorfer Kasten. Sandjar schießt, flach … und Leon ahnt die Ecke, ist rechtzeitig unten … und hält den Ball. Aber er kann den Ball nicht festhalten. Noch ist nicht alles verloren. Nachschuss. Daneben.

Den Niendorfern bleiben nur noch wenige Sekunden. Noch einmal kommen sie, bringen den Ball hoch in den Strafraum, Janne geht zum Kopfball, doch er kommt nicht an den Ball und prallt stattdessen mit Pfosten oder Gegenspieler zusammen und bleibt verletzt im Tor der Paulianer liegen. Sofort werden die Betreuer und der Mannschaftsarzt gerufen. Bange Sekunden vergehen, bis Janne endlich wieder aufstehen kann. Dem Schiri reicht es für heute, er pfeift die Partie gar nicht mehr an.

Wir schaffen es wieder einmal nicht, unsere Überlegenheit in Punkte umzuwandeln. Pauli feiert das Unentschieden wie einen Sieg und leider fühlt es sich auch auf unserer Seite an wie eine Niederlage.

Am Ende, sagt man, gleicht sich alles aus. Wenn dem so ist, muss es für unsere Jungs in der Rückrunde eine wahre Serie von unverdienten Siegen geben. Nächste Woche sind wir jedoch erst einmal beim HSV zu Gast, gegen den wir aus den letzten beiden Partien immerhin vier Punkte holten. Es bleibt also weiterhin spannend.