Aufstieg in Kummerfeld

Jetzt könnt Ihr alle den Text lesen, aber eigentlich wollt Ihr doch nur das Video 😉

Die Voraussetzungen an diesem Wochenende waren vielversprechend. Gleich drei „Matchbälle“ hätten unserem Team den lang ersehnten Aufstieg in die Regionalliga bescheren können. Zum einen hätte der Jahrgang 2001 der Niendorfer den Klassenerhalt besiegeln können, dazu war jedoch ein Sieg bei Eintracht Norderstedt bei gleichzeitiger Niederlage von Havelse gegen den HSV nötig gewesen. Oder aber Mitkonkurrent HTB hätte sein vorletztes Spiel beim SCVM verlieren müssen. Oder unsere Jungs mussten Kummerfeld schlagen.

Nun, die beiden erstgenannten Matchbälle wurden nicht verwandelt: Unsere 2001er spielten nur unentschieden, was den Klassenerhalt zumindest rechnerisch noch nicht perfekt machte. Und der HTB siegte beim SCVM mit 2:1. Auf fremde Hilfe konnten wir also nicht vertrauen, wohl aber auf unsere eigene Stärke.

Ein Sieg musste her gegen Kummerfeld! Aber wir begannen nervös, wiederholt brannte es lichterloh! Und so dauerte es auch nur zehn Minuten, bis (Alt- und demnächst Wieder-Niendorfer) Janne für Kummerfeld nach einer Ecke einem Freistoß zum 1:0 einköpfte. Das hatten wir uns anders vorgestellt.

Auch nach diesem Weckruf fand unser Team nur schwer ins Spiel, die Kummerfelder blieben mit ihrem schnellen Umschaltspiel immer brandgefährlich. Unseren Jungs gelang wenig, die Aktionen wirkten fahrig. Nach etwa einer Viertelstunde stellte Trainer Mo dann um, wandelte Jeremy vom linken Verteidiger zum Rechtsaußen. Und nur zwei Minuten später hatten wir unsere erste Großchance, als Tom nach schöner Hereingabe von Marcel leider nur die Latte traf. Aber nun war der Bann gebrochen und unsere Jungs endlich im Spiel. Was aber nicht hieß, dass Kummerfeld aus dem Spiel war – ganz im Gegenteil, ihre schnelle Offensivabteilung beschäftigte Can deutlich mehr und öfter, als uns lieb sein konnte. Aber etwa fünf Minuten vor der Pause fing dann Jannik im Mittelfeld einen Pass des Gegners ab und leitete über Jeremy (Rechtsaußen) den Gegenangriff ein. Jeremy nimmt Tempo auf und flankt beherzt etwa von der Strafraumgrenze quer auf die andere Seite des Sechszehners, wo Tom aus vollem Lauf in den Ball hechtet und einen lehrbuchreifen Flugkopfball unter die Latte setzt. Ausgleich!

Nur zwei Minuten später können die Kummerfelder einen Lauf von Lukas nur durch Foulspiel stoppen – es gibt Freistoß an der Strafraumgrenze. Moritz schnappt sich den Ball und der Torwart beordert gleich sechs seiner Abwehrspieler in die Mauer. Also schießt Moritz gefühlvoll –  und unhaltbar – in den Winkel der Torwartecke. Niendorf führt 2:1 und so geht es auch in die Pause.

Sieben Minuten nach Wiederanpfiff pflückte der Kummerfelder Torwart dann einen Eckball von Moritz herunter, geriet jedoch bei der Landung ins Straucheln. Daraufhin fiel ihm der Ball aus der Hand und Quint schoss den Ball ins Tor, doch der Schiedsrichter vermutete ein Foulspiel am Keeper und entschied auf Freistoß.

Ein zu kurz geratener Rückpass leitete dann nach etwa elf Minuten den Angriff der Kummerfelder zum 2:2 Ausgleich ein.  Unser Torwart Can verletzte sich bei seinem Rettungsversuch zu allem Überfluss auch noch und musste ausgewechselt werden.

Wir brauchten also noch einen Treffer! Dann wurde Tom von Nikola auf der linken Seite geschickt. Tom geht in den Strafraum, läuft auf das Tor zu … und wird von den Beinen geholt. Ob der Kummerfelder erst den Ball oder doch erst Tom trifft, lässt sich nur schwer sagen. Der Schiedsrichter entscheidet jedoch auf Eckball. Und nun geben unsere Jungs die einzig richtige Antwort: Nikola bringt die Ecke in den Strafraum, wo auf Höhe des zweiten Pfostens Quint wartet und abzieht. Der Ball trifft aber nur den Pfosten, doch dann ist es Hanni, der den Abpraller zum 3:2 über die Torlinie befördert. Wenn alles so bleibt, sind wir sicher in der Regionalliga! Noch etwa zehn Minuten.

Jetzt bekommt auch das Publikum die zweite Luft und feuert frenetisch an.  Unsere Jungs fighten, Kummerfeld geht auf dem Zahnfleisch, aber ihre Konter sind nach wie vor gefährlich. Das Spiel ist nach wie vor kein Leckerbissen, aber es ist eine Riesenportion Kampf und Wille. Diese Jungs wollen in die Regionalliga! Sie drängen jetzt auf das alles entscheidende vierte Tor. Dann kommt ein langer Ball auf Nikola, doch der Torwart ist vor ihm da, will den Ball wegschlagen, aber er trifft den Ball nicht richtig. Für einen Moment sind beide orientierungslos, suchen den Ball, der über ihnen in der Luft schwebt. Dann ist es Nikola, der zuerst schaltet und den Ball auf das leere Tor schießt. Der Ball fliegt im hohen Bogen, setzt auf, der Torwart ist längst aus dem Spiel, rennt verzagt hinterher. Dann ist der Ball im Netz und es brechen alle Dämme! Die komplette Bank stürmt auf den Platz.

Regionalliga, wir kommen!

 

Heimspiel gegen Oststeinbek

Fußballspiele gegen diesen Gegner machten bisher selten wegen des Fußballs von sich reden. Und auch bei dieser Begegnung war nicht zu erwarten, dass sich das ändern würde. Die äußeren Bedingungen waren wegen der hochsommerlichen schwülen Hitze ebenfalls nicht dazu angetan, für kühle Köpfe zu sorgen. Hinzu kam noch die Tabellensituation, die den Verlierer der Partie aus dem Aufstiegsrennen katapultieren würde.

Weil unter diesen Bedingungen Arbeit für Drei zu erwarten war, hatten unsere Verantwortlichen in weiser Voraussicht ein Gespann für die Spielleitung geordert. Gut investiertes Geld – insbesondere wenn mit Abseits gespielt wird.

Die Partie wurde von Beginn an von unseren Jungs dominiert, die sich mehrere gute Chancen erspielten. Ein Tor lag jedoch von den ersten Minuten an in der Luft, aber es dauerte bis zur 31. Minute, als Marcel sich über die linke Seite bis zur Grundlinie durchsetzte und dann auf Tom spielte, der keine Mühe hatte, sich mit dem 1:0 für die Vorlage zu bedanken.

Als es dann kurz vor der Halbzeit zu einer Ecke für uns kam, ließ sich einer unserer Spieler provozieren und trat gegen seinen Gegner nach. Der Schiri gab ohne zu zögern Rot. So gingen wir in Unterzahl in die Pause. Zwar zählen unsere Spieler zu den fittesten in der Liga, aber bei diesen Temperaturen konnte einem bei Aussicht auf eine komplette Hälfte mit einem Mann weniger auf dem Platz schon ein wenig mulmig werden.

Aber mit dem Wiederanpfiff machten unsere Jungs genauso engagiert weiter, wie sie aufgehört hatten. Und nur drei Minuten später setzte sich Lulu mit einem schönen Dribbling bis zur Strafraumgrenze durch und zog einfach mal ab. Der Ball krachte an die Unterkante der Latte und von dort nach unten. Wembley-Feeling am Bondenwald! Doch das Spiel lief zunächst weiter – dachten zumindest die Spieler. So ging Marcel zum Kopfball und wurde einfach weggeschubst. Der Ball flel nun Tom vor die Füße, aber gerade als er ihn aus gut einem Meter über die Linie dreschen wollte, wurde er von hinten umgetreten. Tumult! War der Abpraller schon im Tor? Würde es Elfmeter geben? War das Foul rotwürdig? Was hatte der Schiri gesehen? Unwichtig! Denn an der Seitenlinie stand still und leise der Linienrichter und winkte mit seiner Fahne. Nach einer kurzen Unterhaltung mit seinem Assistenten zeigte der Schiri schließlich auf den Punkt. In der Mitte. Der Ball war von der Latte hinter die Torlinie gesprungen. Wir führten 2:0!

Dies wollten die Gäste aus Oststeinbek jedoch nicht akzeptieren, was ja aus ihrer Sicht durchaus nachvollziehbar ist. Nicht nachvollziehbar war jedoch, dass das Spiel nun für knappe zehn Minuten nicht fortgesetzt wurde, weil der Trainer der Gäste unentwegt auf den Schiedsrichter einredete. Hier hätte ich mir von ihm gern die gleiche Konsequenz gewünscht, die er bei der roten Karte zeigte. Bei aller Emotionalität – eine Tatsachenentscheidung ist bei aller Aufregung zu akzeptieren und ein Fußballplatz ist kein Basar, wo um Entscheidungen gefeilscht werden kann. Vielleicht wäre die Partie unter diesen Umständen besser abgebrochen worden – es wäre ein Zeichen für den Fußball gewesen!

Die sportliche Frage war nun jedoch, wie wohl die Oststeinbeker mit diesem Rückschlag umgehen würden. Die Partie wurde noch hitziger und die Gäste scheuten auch vor groben Fouls nicht zurück.

Doch es dauerte nur wenige Minuten, bis Marcel mit einem Doppelpack alles klar machte. Zunächst konnte er einen langen Ball zum 3:0 verwerten und dann konnte er die Uneinigkeit zwischen Torwart und seiner Abwehr ausnutzen. Nun stand es 4:0, Niendorf spielte den Gegner in Unterzahl an die Wand und dieser wiederum war völlig entnervt und verlegte sich noch mehr aufs foulen. Nachdem der Schiri seit dem 2:0 sechs(!) gelbe Karten an die Oststeinbeker verteilt hatte, zog er in der 61. Minute schließlich Rot und zumindest nach der Spielerzahl war die Partie damit wieder ausgeglichen. Unverständlich bleibt, dass sich die gelb-verwarnten Spieler nicht beeindrucken ließen, sondern munter weiter foulten. Und ebenso unverständlich, warum dies dann nicht sanktioniert wurde. Aber dies blieb zum Glück nur hässliche Randerscheinung eines von unseren Jungs ÜBERRAGEND geführten Spiels.

Nun kamen einige frische Kräfte von der Bank und unser Team erspielte sich noch weitere drei hochkarätige Chancen. So konnte Nikola nach toller Vorarbeit von Kamil in der Nachspielzeit zum hochverdienten 5:0 Endstand einschieben.

Dieser Sieg war eine beeindruckende Demonstration des Willens und Könnens unserer Mannschaft, der ein großes Kompliment und Dankeschön gebührt!

Ein großer Schritt in Richtung Regionalliga ist getan, aber noch sind wir nicht am Ziel. Wenn unsere Jungs gegen Kummerfeld jedoch mit der gleichen Einstellung ins Spiel gehen, sollten sie auch beim letzten Schritt nicht mehr ins Straucheln geraten.

Auswärtsspiel beim Harburger TB

Gegen den HTB hätten wir gern gewonnen, denn damit hätten wir unsere Verfolger aus Oststeinbek und von Paloma und natürlich auch die aus Harburg erstmal auf Abstand halten können. Dass es am Ende anders kam, hatte vielfältige Ursachen. Dieses Spiel hatte vieles, was ein gutes Fußballspiel ausmacht und fast alles, was ein Fußballspiel gar nicht gebrauchen kann. Auf beiden Seiten der Auslinie. Aber am Entscheidensten für den Ausgang waren wohl die beiden Gegentore 😉

Mit ein paar Tagen Abstand kommt einem die Partie mit all ihrem Drum und Dran wie ein böser Traum vor, doch schon während des Spiels gab es reichlich surreale Momente. Solche Tage gibt es wohl – sie sind gemacht, um Lehren daraus zu ziehen und sie dann möglichst schnell zu vergessen.

Die nächsten Aufgaben warten im Juni. Erst Oststeinbek, dann Kummerfeld. Wir werden sie besser angehen. Darauf kann sich die Konkurrenz verlassen.

 

Punktspiel gegen St. Pauli

War unser letztes Aufeinandertreffen auch erst fünf Tage her, so waren die Vorzeichen diesmal komplett andere: Am Dienstag im Pokal steckte unseren Jungs noch das schwere und zudem über alle Maßen lange Spiel gegen Paloma in den Knochen und nun waren es die Paulianer, die nur einen Tag zuvor gegen andere Leistungszentren im Immenbecker Supercup antreten mussten und dementsprechend vorbelastet waren.

So übernahm auch von Beginn an der Niendorfer TSV das Heft des Handelns. Bereits in der ersten Hälfte erspielten sich unsere Jungs mindestens zwei hochkarätige Torchancen, die sie jedoch nicht zu nutzen wussten. Auch gleich zweimal kam es im Strafraum der Paulianer zu klarem Handspiel, das jedoch nicht geahndet wurde.

Dies schien auch den Himmel zu erzürnen, denn während die Partie noch bei Sonnenschein angepfiffen worden war, hagelte es inzwischen heftig. Doch Tore bleiben bis zur Halbzeit Fehlanzeige.

Die zweite Hälfte wurde von unseren Jungs genauso überlegen geführt wie die erste – nur belohnen konnten sie sich für ihren großen Aufwand nicht.  Das hochverdiente Tor wollte einfach nicht fallen. Die Paulianer liefen unterdessen auf der sprichwörtlich letzten Rille und ließen sogar ihren zweiten Torwart als Stürmer auflaufen.

Auch in dieser Hälfte blieb eine elfmeterwürdige Szene ungeahndet und wieder ließen wir zum Teil große Chancen ungenutzt.

Am Ende blieb es daher bei einem torlosen Unentschieden. Für Pauli sicher ein gewonnener Punkt. Für uns leider zwei verlorene. Dank des Patzers von Paloma (1:2 Niederlage beim SC VM) bleiben wir jedoch Tabellenzweiter vor Pauli und – neu! – Oststeinbek und haben damit den Aufstieg weiterhin in den eigenen Händen.

Nächste Woche geht es für uns nach Harburg – es wird also nicht langweilig.

Hier die Highlights des Spiels im Video-Zusammenschnitt:

 

Pokalspiel gegen St. Pauli

Bereits knapp zwei Tage nach dem kräftezehrenden Punktspiel gegen den USC Paloma mit einer Länge von knapp 90 Spielminuten mussten unsere Jungs auswärts gegen das Leistungszentrum von St. Pauli antreten.

Unser Team hatte aus der Partie gegen den USC seine Lehren gezogen und begann wach und konzentriert. Die Anfangsphase gehörte den Niendorfern und fand überwiegend in der Hälfte der Heimmannschaft statt. Aber nach acht Minuten führte dann doch eine Reihe von Unkonzentriertheiten unserer Hintermannschaft zum 1:0, das den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf stellte.

Und wenn man einmal kein Glück hat, kommt mitunter auch noch Pech dazu: Nach einer Ecke nur vier Minuten später mussten wir den nächsten Gegentreffer hinnehmen. Von nun an kämpfte unser Team und Marcel erzielte fünf Minuten vor der Halbzeit den verdienten Anschlusstreffer. Aber bereits zu diesem Zeitpunkt war zu erkennen, dass die Partie vom Wochenende den Jungs noch mächtig in den Knochen steckte. Wille und Einsatz waren vorbildlich, aber es fehlte immer wieder an Kraft und Konzentration. Das Spiel war nicht schön anzusehen, viele hohe Bälle von beiden Seiten ließen kaum Spielfluss aufkommen. Einer der St. Pauli-Trainer sprach nach der Partie von einem Ping-Pong-Spiel.

Dennoch konnten wir das Spiel auch in der zweiten Hälfte weiter offen gestalten und hatten auch gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Auch Pauli hätte auf 3:1 erhöhen können, was Keeper Leon jedoch mit einer Glanztat verhinderte.

Unser Team gab alles, doch am Ende reichte es leider nicht – wir mussten uns knapp mit 2:1 geschlagen geben und schieden so aus dem Pokalwettbewerb aus. Unserem Gegner gratulieren wir zum Weiterkommen und wünschen ihm für den weiteren Pokal alles Gute. Unseren Jungs gratulieren wir zu einem beherzten Pokalfight, der für viele bis an die Grenzen der Kräfte, für einige sogar darüber hinaus ging.

Am Wochenende erhalten unsere Jungs auf heimischem Platz bereits die Möglichkeit einer Revanche, dann in der Oberliga, wo unsere Mannschaft bisher ungeschlagen den zweiten Platz vor St. Pauli einnimmt. Bis dahin werden sie ordentlich auftanken. Es wird sicher wieder spannend.