Heimspiel gegen den TuS Komet Arsten

Der Schrecken aus dem Hinspiel hing uns allen noch im Hinterkopf, die Erinnerungen  an ein bis dato unerreichtes Gemetzel kamen erneut an die Oberfläche. Niendorf mit 10 (Un-)Fainess-Punkten auf dem dritten, Arsten mit 43 auf dem letzten Platz – ein Beleg, dass das Grauen aus dem Hinspiel keine Ausnahme war.

Doch um es vorweg zu nehmen: diesmal war das Spiel nicht von unnötiger Härte geprägt. Ob es dennoch fair zuging, mögen andere beuteilen. Zumindest der Autor konnte sich jedoch nicht des Gefühls erwehren, es hätten sich ein paar U19-Spieler in die Arstener Reihen verirrt. Man möge sich nur einmal den vorletzten Spieler oben im Foto aunschauen und dazu diese drei Portraits (Bild1, Bild2, Bild3).

Wir begannen das Spiel auf mehreren Positionen verändert. Von Anfang an war Arsten die bessere Mannschaft, hatte mehr Zug zum Tor. Unser Team wirkte unsicher, es fehlte an Spritzigkeit und Selbstvertrauen. Kaum ein Pass erreichte den Mitspieler, immer wieder mussten wir Ball und Gegner hinterherlaufen und standen gehörig unter Druck.

So wäre das 0:1 nach knapp 20 Minuten hochverdient gewesen, wenn dem nicht ein eindeutiges Foul eines Arstener Stürmers an unserem Torwart Jasper vorausgegangen wäre. Der Schiedsrichter erkannte dennoch auf Tor. Bezeichnend: Kein Arstener, auch nicht der Spieler, der mit gestrecktem Bein in Jasper hinein rutschte, scherte sich um den verletzt am Boden liegenden Torwart.

Knapp vier Minuten später kommt Arsten nach einem Einwurf über die linke Seite in den Strafraum, Jasper kann einen hohen Ball nur noch nach oben abwehren, doch der Ball senkt sich hinter ihm bedrohlich Richtung Tor. Samuel sprintet zur Torlinie, will den herabfallenden Ball wegschlagen, doch der prallt gegen die Latte und von dort an seine Schulter. Samuel bleibt keine Chance zu reagieren, der Ball landet im Netz. Es steht 0:2. Der Rückstand ist verdient, aber unglücklich. Doch es sind ja noch etwa 50 Minuten zu spielen. Niemand vermag in diesem Moment zu sagen, ob das für unsere Jungs an diesem Nachmittag eine gute oder schlechte Nachricht ist.

In der 28. Minute kommt dann wieder einmal ein Abstoß postwendend zurück, eine Hereingabe von rechts wird vom Arstener Stürmer klasse verwertet, 0:3. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Niendorf nicht eine Torchance.

Dann – wir sind mittlerweile in der 34. Minute – wird der inzwischen eingewechselte Moritz Höhe Strafraumgrenze, knapp drei Meter von der rechten Auslinie entfernt, gefoult, und der ebenfalls neu ins Spiel gebrachte Junior bringt den Freistoß in den Strafraum. Dort setzt der Ball kurz vor dem ersten Pfosten einmal auf, doch niemand kommt an den Ball. Auch der Torwart nicht. Beim zweiten Aufsetzen hat der Ball bereits die Torlinie passiert. Ein Sonntagsschuss am Samstagnachmittag. HOFFNUNG!

Auf einmal hat man das Gefühl, da könnte noch was gehen. Und wirklich, nur eine gute Minute später bekommt Sandjar den Ball und läuft auf halbrechter Postion in den Strafraum. Am langen Pfosten läuft Batuhan mit, doch Sandjar probiert es selbst. Vorbei. Halbzeit.

Die zweite Hälfte ist nahezu frei von Höhepunkten. Arsten verwaltet die Führung, Niendorf findet nach wie vor keine Mittel, sich Torchancen zu erspielen. Am Ende bleibt es beim leistungsgerechten 1:3.

Nächste Woche geht es im Abstiegskampf nach Harburg. Leichte Spiele wird es für uns in dieser Saison nicht mehr geben – hoffentlich auch nicht für unsere Gegner.

Hier noch die Highlights der ersten Halbzeit im Video:

 

 

 

 

Auswärtsspiel bei Holstein Kiel

Das letzte Punktspiel lag schon so lange zurück, dass man kaum noch von der gleichen Saison sprechen kann, immerhin gab es in der Zwischenzeit einen Anschlag in Berlin, einen neuen Chef in Washington und ein ganzer Sack voll erdähnlicher Planeten wurde entdeckt. Soll heißen, dass wohl auch die Erkenntnisse der Hinrunde wenig Aussagekraft haben würden. Nun, das Hinspiel ging 2:4 verloren, nach 2:2 Zwischenstand, der Plan war also, es diesmal besser zu machen.

Der Beginn verlief jedoch eher nach den Vorstellungen der Kieler, die nach 3 Minuten zum ersten und nach zwölf Minuten zum zweiten Mal trafen, beide Male über die rechte Außenbahn, beide Male der gleiche Torschütze, einmal mit Inbrunst in den kurzen Winkel, einmal mit Auge über den machtlosen Torwart gelupft.

Dass es kurz vor diesem 2:0 auf der anderen Seite eine Szene gegeben hatte, bei der zumindest unsere Angreifer den Ball bereits hinter der Torlinie gesehen hatten, nicht aber das Schiedsrichtergespann, das offen gestanden mit Sicherheit schon bessere Tage gesehen haben muss, macht dieses zweite Tor umso ärgerlicher. Aber unsere Jungs steckten nicht auf und kamen langsam ins Spiel. Am Ende von Hälfte eins hatten wir einen schönen Seitfallzieher von Moritz zu verbuchen, den der Torwart bravourös aus der Ecke kratze, die besagte strittige Szene, in der Marcel einen Freistoß von Tom per Kopf hinter die Linie beförderte und eine weitere Szene, in der großer Tumult im Kieler 5-Meter-Raum herrschte. Nichts Zählbares, leider.

Nach der Pause und einigen Umstellungen sind wir dann am Drücker, erarbeiten uns einige Tormöglichkeiten und irgendwann gibt es für uns einen Handelfmeter. Doch der Kieler Torwart hält. Gefühlt steht es innerlich 2:2, aber die bittere Wahrheit sieht anders aus. Aber Niendorf drückt weiter, und in der 58. Minute trifft Tom von der Strafraumgrenze zum Anschluss. Nun scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir den Ausgleich schießen, doch Pustekuchen. Während die Zuschauer noch das 2:1 bejubeln, stellen die Kieler kurzerhand auf 3:1.

Okay, aber unsere Jungs spielen tapfer weiter, doch die Zeit verrinnt und dann passiert, was immer passiert, wenn man hinten aufmachen muss und nicht Barcelona heißt – wir fangen uns einen weiteren Konter und es sind nur noch drei Minuten auf der Uhr. Da hilft es auch wenig, dass wir seit knapp fünf Minuten in Überzahl agieren, da ein Kieler spieler mit Gelb-Rot vorzeitig duschen geschickt wurde. Als dann in der Nachspielzeit Sandjar im Strafraum einfach umgstoßen wird und der klare Elfmeterpfiff ausbleibt, ist es nur die Krönung eines verkorksten Nachmittags und einer ebensolchen Schiedsrichterleistung.

Abhaken, weitermachen. Arsten.

Auswärtssieg zum Rückrundenauftakt

Als wir zum ersten Mal auf den VfL Osnabrück trafen, lag die Liga noch jungfräulich vor uns. Die Hoffnungen waren groß, die Ambitionen ebenso. Am Ende hatte es nur zu einem torlosen Remis gereicht, die Chance, auf einen Auftaktsieg war uns durch die Hände geflutscht. Und auch in der Folge mussten wir häufig feststellen, dass Regionalliga-Punkte wie Aale sind. Umso wichtiger war es, die liegengelassenen Punkte zumindest beim Rückspiel mitzunehmen. Doch Gleiches werden sich wohl auch die Osnabrücker im Vorfeld gesagt haben – wenn sie gegen uns schon auswärts ein Remis erkämpft hatten …
Die Aufgabe war also nicht einfach.

Das Wetter war dem Datum entsprechend spätherbstlich mit reichlich Nebeltröpfchen in der ungemütlich kalten Luft, und das „Flutlicht“ war nicht dazu angetan, hellwach ans Werk zu gehen.

Konnten wir die Osnabrücker im Hinspiel noch einigermaßen mit unserem beherzten Auftreten überraschen, war es diesmal der VfL, der überraschend forsch begann. So standen unsere Jungs auch zu Anfang mehr unter Druck, als uns lieb sein konnte, doch überstanden sie diese Phase unbeschadet und fanden nach etwa zehn Minuten besser ins Spiel.

Als die Gegener nach einer Ecke den Ball nicht sicher klären konnten, fasste sich Moritz aus gut 20 Metern ein Herz und beförderte den Ball mit Nachdruck zurück in den Strafraum. Im dortigen Getümmel fand dieser dann irgendwie den Weg zu Peer, der etwa in Höhe des Fünfmeter-Ecks an den Ball kam. Peer blieb cool und hob den Ball butterweich über den Torwart hinein ins Netz. Cool, cooler, Peer! Wir führten nach 16 Minuten 0:1! Und noch sooo lange zu spielen.

Die Osnabrücker legten nun eine Schippe drauf, aber wir hatten das Tor im Rücken. Nach weiteren 16 Minuten war es Quint, der von der Strafraumgrenze einfach mal abzog und wieder war die Vollversammlung im Strafraum auf unserer Seite. Irgendwie wurde der Ball so abgefälscht, dass er hinter der Linie landete – 0:2! Dies war auch der Halbzeitstand.

Es braucht nicht viel Fantasie, sich auszumalen, wie aufmunternd die Ansprache des Osnabrücker Traines ausgefallen sein mag, jedenfalls kamen seine Jungs hoch motiviert aus der Kabine. Sie drängten auf den Anschluss und mindestens einmal war es nur ein ein knappes Abseits, das uns vor einem Gegentor bewahrte. Doch je länger das Spiel dauerte, desto klarer wurde den Osnabrückern, dass es an diesem Tag gegen unsere Jungs nichts zu holen gab. Am Ende hätten Sandjar und Marcel gut und gern noch das dritte und vierte Tor machen können, doch das wäre vielleicht auch des Guten zu viel gewesen.

So siegten wir verdient zum zweiten Mal in Folge auf fremden Platz und starten nun voller Hoffnungen und mit großen Ambitionen in die Rückrunde. Doch jetzt ist erstmal Winterpause.

Auswärtserfolg beim SV Nettelnburg-Allermöhe

Entgegen vereinzelt aufgetauchter Gerüchte, befindet sich am Henriette-Herz-Ring tatsächlich ein Sportplatz und nicht nur ein Punkte-Ausgabe-Häuschen. Auch wenn bisher nicht ein einziger Regionalliga-Punkt auf dieser Anlage verblieben war, war nicht mit einem Spaziergang zu rechnen, denn erst vor kurzem hatte der SVNA beim FC St. Pauli drei Punkte entführt. Leider sahen unsere Jungs in der Vergangenheit gegen vermeintliche Underdogs alles andere als gut aus, so dass heute nur eins zählte: ein Sieg.

Unser Team – noch immer vom Verletzungspech geplagt – begann schwungvoll, ergriff sofort das Zepter und erspielte sich ein paar gute Chancen, aber wie so häufig, kam auch diesmal nichts Zählbares dabei heraus. Die Nettelnburger unternahmen selbst wenig, verlegten sich auf’s Kontern. Wenn sie sich dennoch manchmal in unserer Hälfte festsetzen konnten, erfolgte dies fast immer „auf ausdrückliche Einladung“ unsererseits.

In der 33. Minute war es aber endlich soweit: Junior trat einen Freistoß etwa von der rechten Strafraumecke Richtung Elfmeterpunkt, wo Lukas den Ball per Kopf ins lange Eck verlängerte.

Auch in Hälfte zwei sind wir das bessere und spielbestimmende Team, aber unsere Aktionen wirken oft halbgar und mitunter ist der Zuschauer gezwungen, den Atem anzuhalten, weil der SVNA einfach mal auf’s Tor schießt.

Erst in der 58. Minute erzielt Timon das erlösende 0:2 per Abstauber.

Am Ende steht ein glanzloser Sieg, aber eben ein Sieg.

Wir schließen die Hinrunde mit mageren zehn Punkten auf einem Abstiegsplatz ab. Das ist sicher weniger als erhofft, aber Rückrunden sind ja dazu da, um alles besser machen zu können …

Ob das gelingt, wird sich schon in zwei Wochen zeigen, wenn wir beim  VFL Osnabrück zu Gast sein werden. Hier hatten wir im Hinspiel bekanntlich zwei Punkte liegen lassen – es ist also noch eine Rechnung offen, hoffentlich mit dann insgesamt vier Punkten unterm Strich.

Bittere Heimpleite gegen Eintracht Braunschweig

Und wieder wurde nichts aus dem Traum vom Dreier. Drei verletzungsbedingte Ausfälle im Stammkader waren sicher mit Schuld daran, dass es wieder nicht klappte.

Zwar konnten wir das Spiel lange Zeit offen gestalten – nach 0:1 Rückstand brachte uns Johannes zurück ins Spiel – aber am Ende ging Braunschweig als verdienter Sieger vom Platz. Wir kassierten damit die zweite Heimniederlage und müssen nun auswärts beim SVNA die Punkte holen. Auch das dürfte aber keine leichte Aufgabe werden.

Spielverlauf der Regionalliga-Begegnung Niendorfer TSV - Eintracht Braunschweig
Spielverlauf der Regionalliga-Begegnung Niendorfer TSV – Eintracht Braunschweig