Auswärtsspiel bei Hannover 96

Gegen den HSV aus Niedersachsen hatten wir in der Hinrunde unseren deutlichsten Sieg eingefahren, und dennoch standen wir vor diesem Spiel auf einem Abstiegsplatz und nicht die Hannoveraner, die sogar noch ein Nachholspiel und damit noch die theoretische Chance (Gegner ist Braunschweig) auf weitere drei Punkte haben.

Aber das Remis gegen den Tabellenzweiten von der Weser ließ uns mit Selbstvertrauen an die Leine fahren, wenn auch Hannover zuletzt auswärts in Nettelnburg mit 5:1 erfolgreich war.

Das Spiel begann mit Vorteilen für die Heimmannschaft, wir fanden nicht recht ins Spiel. Doch dann kommt der Ball doch endlich nach 13 Minuten einmal zu Batuhan in den Strafraum und er lässt sich nicht zweimal bitten. Wir führen!

Das finden die Gegner gar nicht gut, denn der Verlierer der Partie würde sich vorerst auf einem Abstiegsplatz hinter dem anderen wiederfinden.

Nach 19 Minuten ist unsere Innenverteidigung nicht auf Höhe des Geschehens, vielleicht war es auch abseits – die Hannoveraner gleichen aus.

Doch inzwischen sind wir besser im Spiel, haben mehr Ballbesitz, lassen hinten wenig zu. Nach einer halben Stunde bringt Moritz einen Eckball stramm auf den ersten Pfosten, Joshua muss nur noch den Scheitel ranbringen – Tor! Wir führen 2:1!

Kurz vor der Halbzeit wird dann Peer im Strafraum wenig clever zu Fall gebracht und der wirklich gute Schiedsrichter zeigt ohne Zögern auf den Punkt. Marcel – zuletzt zweimal per Strafstoß erfolgreich, schnappt sich den Ball. Hannovers Torwart hat jedoch kein Problem, einen weiteren Treffer zu verhindern. Halbzeit.

Nach der Pause kommen die Hannoveraner schwungvoller aus der Kabine, sie wissen, dass sie dieses Spiel nicht vergeigen dürfen. Unsere Jungs aber auch.

Und so dauet es nur drei Minuten, bis Peer seine starke Leistung an diesem Tag mit dem Treffer zum 1:3 krönt. Welcher Körperteil den Ball über die Linie bugsierte, war vom Spielfeldrand leider nicht auszumachen.

Nun sehen die Roten ihre Fälle davonschwimmen. Sie wollen, aber bringen nichts zustande. Erst kurz vor Ende muss Can sein ganzes Können und allen Mut zeigen, als er sich aus kürzester Distanz in einen wuchtigen Schuss wirft und zur Ecke klärt.

Wir kommen noch ein paarmal gefährlich vor das Tor des Gegners,  kurz vor Ende durch den eingewechselten Samuel – auch endlich einmal über außen, aus dem Rücken der Abwehr – aber der letzte Pass bzw. der Abschluss will nicht mehr gelingen.

Am Ende gewinnen unsere Jungs hochverdient in einem Spiel ohne große spielerische Leckerbissen und schicken damit den Gegner auf einen Abstiegsplatz, während sie auf Rang acht vorrücken.

Nächste Woche kommt der Tabellenführer aus Wolfsburg an den Sachsenweg, der sich zuletzt vom drohenden Abstieg der Herren nicht unbeeindruckt zeigte. Da könnte was gehen!

Heimspiel gegen Werder Bremen

Der Tabellenzweite von der Weser, dem wir im Hinspiel nur knapp mit 0:1 unterlegen waren, ging in der 18.  in Führung und baute diese in der 21. Minute weiter aus. Zwar hatten die Niendorfer bis dahin durchaus auch ihre Spielanteile, aber die Bremer brachen ein ums andere Mal gefährlich durch – mit einem klugen Pass hebelten sie unsere Abseitsfalle aus und plötzlich stand ihr kompletter Sturm allein vor unserem Torwart. So hatten wir es dem Glück bzw. dem Bremer Unvermögen, solche Riesenchancen konzentriert zu Ende zu  spielen zu verdanken, dass dieses Spiel nicht schon in der ersten Hälfte zum Debakel wurde.

Aber auch dieses Spiel zeigt einmal mehr, warum das gute alte Phrasenschwein immer zu den Besserverdienern zählen wird: Dinger, die du vorne nicht machst … Klonk – und wieder fünf Euro!

In der 23. Minute erzielt Batuhan den Anschlusstreffer.

Nach der Halbzeit haben die Niendorfer mehr Kontrolle über das Spiel, die Bremer scheinen ihr Pulver verschossen zu haben.

Aufregung gibt es nach einem Freistoß, den Janne zum vermeintlichen Ausgleich ins lange Eck köpft, als der Schiri zum Entsetzen aller Niendorfer auf Abseits erkennt. Weiter geht’s!

Etwa zehn Minuten vor Schluss kommt dann Marcel im gegenrischen Strafraum zu Fall, und nach Rücksprache mit seinem Linienrichter zeigt der Schiri auf den Punkt. Marcel macht es selbst und schießt die Kugel rein. 2:2!

Am Ende hätte es vielleicht sogar noch für einen Niendorfer Sieg reichen können, aber angesichts der ersten Hälfte, ist die Punkteteilung wohl gerecht.

Wenn es die Bremer schaffen, ihr blitzschnelles Umschaltspiel aus der ersten Hälfte konsequent in Tore umzuwandeln und nicht so leichtfertig mit ihren Chancen umzuehen (wie zuletzt schon gegen den FC St. Pauli ), könnten wir an diesem Wochenende dem künftigen Staffelmeister begegnet sein.

In der kommenden Woche ist in der Regionalliga erst einmal spielfrei, aber mit Jasper, Sandjar, Batuhan, Junior und Tom fahren gleich fünf unserer Jungs mit der Hamburger Auswahl zum Ländervergleich nach Wesfalen! Viel Erfolg!

Auf unsere Jungs wartet in drei Wochen mit dem Abstiegsduell in Hannover ein klassisches 6-Punkte-Spiel. Hoffentlich haben wir dann mehr Glück, als UNION an diesem Wochenende!

 

Heimspiel gegen den TuS Komet Arsten

Der Schrecken aus dem Hinspiel hing uns allen noch im Hinterkopf, die Erinnerungen  an ein bis dato unerreichtes Gemetzel kamen erneut an die Oberfläche. Niendorf mit 10 (Un-)Fainess-Punkten auf dem dritten, Arsten mit 43 auf dem letzten Platz – ein Beleg, dass das Grauen aus dem Hinspiel keine Ausnahme war.

Doch um es vorweg zu nehmen: diesmal war das Spiel nicht von unnötiger Härte geprägt. Ob es dennoch fair zuging, mögen andere beuteilen. Zumindest der Autor konnte sich jedoch nicht des Gefühls erwehren, es hätten sich ein paar U19-Spieler in die Arstener Reihen verirrt. Man möge sich nur einmal den vorletzten Spieler oben im Foto aunschauen und dazu diese drei Portraits (Bild1, Bild2, Bild3).

Wir begannen das Spiel auf mehreren Positionen verändert. Von Anfang an war Arsten die bessere Mannschaft, hatte mehr Zug zum Tor. Unser Team wirkte unsicher, es fehlte an Spritzigkeit und Selbstvertrauen. Kaum ein Pass erreichte den Mitspieler, immer wieder mussten wir Ball und Gegner hinterherlaufen und standen gehörig unter Druck.

So wäre das 0:1 nach knapp 20 Minuten hochverdient gewesen, wenn dem nicht ein eindeutiges Foul eines Arstener Stürmers an unserem Torwart Jasper vorausgegangen wäre. Der Schiedsrichter erkannte dennoch auf Tor. Bezeichnend: Kein Arstener, auch nicht der Spieler, der mit gestrecktem Bein in Jasper hinein rutschte, scherte sich um den verletzt am Boden liegenden Torwart.

Knapp vier Minuten später kommt Arsten nach einem Einwurf über die linke Seite in den Strafraum, Jasper kann einen hohen Ball nur noch nach oben abwehren, doch der Ball senkt sich hinter ihm bedrohlich Richtung Tor. Samuel sprintet zur Torlinie, will den herabfallenden Ball wegschlagen, doch der prallt gegen die Latte und von dort an seine Schulter. Samuel bleibt keine Chance zu reagieren, der Ball landet im Netz. Es steht 0:2. Der Rückstand ist verdient, aber unglücklich. Doch es sind ja noch etwa 50 Minuten zu spielen. Niemand vermag in diesem Moment zu sagen, ob das für unsere Jungs an diesem Nachmittag eine gute oder schlechte Nachricht ist.

In der 28. Minute kommt dann wieder einmal ein Abstoß postwendend zurück, eine Hereingabe von rechts wird vom Arstener Stürmer klasse verwertet, 0:3. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Niendorf nicht eine Torchance.

Dann – wir sind mittlerweile in der 34. Minute – wird der inzwischen eingewechselte Moritz Höhe Strafraumgrenze, knapp drei Meter von der rechten Auslinie entfernt, gefoult, und der ebenfalls neu ins Spiel gebrachte Junior bringt den Freistoß in den Strafraum. Dort setzt der Ball kurz vor dem ersten Pfosten einmal auf, doch niemand kommt an den Ball. Auch der Torwart nicht. Beim zweiten Aufsetzen hat der Ball bereits die Torlinie passiert. Ein Sonntagsschuss am Samstagnachmittag. HOFFNUNG!

Auf einmal hat man das Gefühl, da könnte noch was gehen. Und wirklich, nur eine gute Minute später bekommt Sandjar den Ball und läuft auf halbrechter Postion in den Strafraum. Am langen Pfosten läuft Batuhan mit, doch Sandjar probiert es selbst. Vorbei. Halbzeit.

Die zweite Hälfte ist nahezu frei von Höhepunkten. Arsten verwaltet die Führung, Niendorf findet nach wie vor keine Mittel, sich Torchancen zu erspielen. Am Ende bleibt es beim leistungsgerechten 1:3.

Nächste Woche geht es im Abstiegskampf nach Harburg. Leichte Spiele wird es für uns in dieser Saison nicht mehr geben – hoffentlich auch nicht für unsere Gegner.

Hier noch die Highlights der ersten Halbzeit im Video:

 

 

 

 

Auswärtsspiel bei Holstein Kiel

Das letzte Punktspiel lag schon so lange zurück, dass man kaum noch von der gleichen Saison sprechen kann, immerhin gab es in der Zwischenzeit einen Anschlag in Berlin, einen neuen Chef in Washington und ein ganzer Sack voll erdähnlicher Planeten wurde entdeckt. Soll heißen, dass wohl auch die Erkenntnisse der Hinrunde wenig Aussagekraft haben würden. Nun, das Hinspiel ging 2:4 verloren, nach 2:2 Zwischenstand, der Plan war also, es diesmal besser zu machen.

Der Beginn verlief jedoch eher nach den Vorstellungen der Kieler, die nach 3 Minuten zum ersten und nach zwölf Minuten zum zweiten Mal trafen, beide Male über die rechte Außenbahn, beide Male der gleiche Torschütze, einmal mit Inbrunst in den kurzen Winkel, einmal mit Auge über den machtlosen Torwart gelupft.

Dass es kurz vor diesem 2:0 auf der anderen Seite eine Szene gegeben hatte, bei der zumindest unsere Angreifer den Ball bereits hinter der Torlinie gesehen hatten, nicht aber das Schiedsrichtergespann, das offen gestanden mit Sicherheit schon bessere Tage gesehen haben muss, macht dieses zweite Tor umso ärgerlicher. Aber unsere Jungs steckten nicht auf und kamen langsam ins Spiel. Am Ende von Hälfte eins hatten wir einen schönen Seitfallzieher von Moritz zu verbuchen, den der Torwart bravourös aus der Ecke kratze, die besagte strittige Szene, in der Marcel einen Freistoß von Tom per Kopf hinter die Linie beförderte und eine weitere Szene, in der großer Tumult im Kieler 5-Meter-Raum herrschte. Nichts Zählbares, leider.

Nach der Pause und einigen Umstellungen sind wir dann am Drücker, erarbeiten uns einige Tormöglichkeiten und irgendwann gibt es für uns einen Handelfmeter. Doch der Kieler Torwart hält. Gefühlt steht es innerlich 2:2, aber die bittere Wahrheit sieht anders aus. Aber Niendorf drückt weiter, und in der 58. Minute trifft Tom von der Strafraumgrenze zum Anschluss. Nun scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir den Ausgleich schießen, doch Pustekuchen. Während die Zuschauer noch das 2:1 bejubeln, stellen die Kieler kurzerhand auf 3:1.

Okay, aber unsere Jungs spielen tapfer weiter, doch die Zeit verrinnt und dann passiert, was immer passiert, wenn man hinten aufmachen muss und nicht Barcelona heißt – wir fangen uns einen weiteren Konter und es sind nur noch drei Minuten auf der Uhr. Da hilft es auch wenig, dass wir seit knapp fünf Minuten in Überzahl agieren, da ein Kieler spieler mit Gelb-Rot vorzeitig duschen geschickt wurde. Als dann in der Nachspielzeit Sandjar im Strafraum einfach umgstoßen wird und der klare Elfmeterpfiff ausbleibt, ist es nur die Krönung eines verkorksten Nachmittags und einer ebensolchen Schiedsrichterleistung.

Abhaken, weitermachen. Arsten.