Pokalspiel gegen den SC Viermarschlande

An den SCVM hatten wir keine guten Erinnerungen, hatten wir doch noch vor Wochen in der Hallenrunde nur ein torloses Unentschieden erreicht. Damit war der SCVM statt uns ins Hallenfinale eingezogen. Da war also noch etwas offen.

So trafen wir uns an einem sonnigen, aber arktisch kalten Aprilabend um 19 Uhr am Sachsenweg. Für unseren neuen Trainer war es zugleich das erste Pflichtspiel und die Spannung war auf allen Seiten groß. Die Erwartungen auch.

Da wir krankheitsbedingt auf Sandj verzichten mussten, begann dieselbe Mannschaft wie zuletzt im Testspiel bei Kronshagen. Wieder agierten wir mit zwei diszipliniert arbeitenden Viererketten. Das Arbeiten war in diesem Spiel wörtlich zu nehmen: Wir waren von Anfang an die spielbestimmende Mannschaft und hatten gefühlt bayerngleichen Ballbesitz. Der Gegner kam kaum einmal in unsere Hälfte und wann immer er den Ball einmal hatte, war er ihn schnell wieder los. All das war dem Umstand zu verdanken, dass unsere Kids wirklich arbeiteten, „Fußball malochten“, wie es im Ruhrpott heißt. Bereits kurz vor der Mittellinie, also noch in der gegnerischen Hälfte wurde der Ballführende angelaufen und so lange gepresst, bis der Ball wieder in unseren Reihen war.

Bis auf einen recht dankbaren Ball hatte Can im Tor nichts zu halten, aber auch wir brachten leider nichts Zählbares zustande. Zwar kamen wir immer wieder zu Abschlüssen, aber mal war das Aluminium, mal der Gegner und mal wir selbst im Weg. So ging es torlos in die Pause.

Die Temperaturen krochen indes immer weiter Richtung Frostgrenze, doch unsere Jungs waren heiß.

In der zweiten Hälfte kam der SCVM überhaupt nicht mehr nennenswert aus der eigenen Hälfte heraus, in der Regel gehörte der zweite oder dritte Ball wieder uns. So rollte ein Angriff nach dem nächsten auf das gegnerische Tor zu, wir erspielten uns Ecken und auch Freistöße, aber das Ergebnis blieb wie gehabt. Doch die Jungs hielten Tempo und Konzentration weiterhin hoch, sie rannten und rannten, auch wenn die Sprints langsam weh taten. Unter den Eltern stellte man sich schon auf eine Verlängerung bei Bodenfrostgefahr ein, doch dann kam die 56. Minute. Wieder mal Ecke. Für uns!

Mo tritt den Ball von links in perfektem Bogen scharf vor’s Tor – nein! INS TOR! Die älteren unter den Eltern dachten an Basler und bekamen feuchte Augen 😉 Wir führten 1:0 und es waren nur noch dreieinhalb Minuten zu spielen. Jetzt bloß keinen Fehler machen!

Aber schon kurz nach dem Anstoß erkämpften wir uns den Ball erneut und kamen über die rechte Seite auf das Tor zu. Foul! Freistoß. Wieder ging Mo zum Ball und diesmal bringt er ihn nicht auf’s Tor, sondern spielt quer auf den lauernden Hanni, der volley abzieht, den Ball super trifft, so dass nur das Tornetz ihn aufhalten kann. 2:0.

Nun nutzte Trainer Stephan jede weitere Spielunterbrechung zu einer Auswechselung, die von Mannschaft und Eltern frenetisch beklatscht wurde. So verging die Zeit bis zum Abpfiff zügig. Wir waren eine Runde weiter!

Dies war eine absolut großartige Leistung unserer Mannschaft, die schon nach den wenigen Trainingseinheiten mit dem neuen Trainer dessen Handschrift deutlich erkennen ließ. So lauf- und spielfreudig, so engagiert kämpfend – vor allem füreinander, als Einheit – habe ich diese Mannschaft noch nie gesehen. Und es macht Lust auf mehr!

Nun wartet Appen im Pokal.

Da wir leider keine Fotos haben, kommt hier zumindest das Video vom Mario:

Sparkassencup in Leverkusen

Zu Ostern stand ein internationales Turnier auf dem Programm. Das Teilnehmerfeld kam aus Schweden, Dänemark, Belgien, Tschechien und natürlich aus Deutschland. Neben uns reiste auch der FC St. Pauli aus Hamburg an. Hier alle Mannschaften:

Gruppe  A
Hobro IK (Dänemark)
Bohemians Prag (Tschechien)
KRC Mechelen (Belgien)
SC Holweide
Wuppertaler SV (Titelverteidiger)
Turu 1880 Düsseldorf
Niendorfer TSV

Gruppe B
FC St. Pauli
Djurgarden IF (Schweden)
Grazer AK (Österreich)
Viktoria Köln
SSV Bergisch Born
SV Bergfried Leverkusen
FC Skanderborg (Dänemark)

Im Hotel Lindner, direkt an der BayArena.
Im Hotel Lindner, direkt an der BayArena.

Gespielt wurde (für uns erstmalig) auf einem 11er-Feld und ein Gruppenspiel dauerte 25 Minuten. Eigentlich eine tolle Idee, jedoch hatte der Ausrichter nur einen einzigen Platz für alle 51 Spiele zu bieten.  Daher wurde das Osterwochenende komplett ausgeschöpft:

Bereits am Freitag reisten wir an, da wir am Samstag schon früh auf den Platz mussten, dafür war der Nachmittag frei. Am Sonntag lief es dann umgekehrt, denn wir hatten bis 16.15 Uhr frei, aber kein Hotel und auch keine rechte Muße für andere Unternehmungen.

Hochmotiviert traten die Jungs am Samstag an, denn Matze hatte bei 9 Punkten aus 3 Spielen in Aussicht gestellt, beim nachmittäglichen Bundesliga-Spiel zwischen der Werkself und dem HSV den „Flitzer“ zu machen, doch bereits nach dem ersten Spiel, war diese Option aus dem Rennen. Wir trennten uns nach einem überlegen geführten Spiel gegen den SC Holweide nur 0:0, schade!

Im zweiten Spiel mussten wir gegen den Titelverteidiger aus Wuppertal antreten und verloren knapp mit 0:1, nachdem der Schiri einen unberechtigten Freistoß an der Strafraumgrenze gepfiffen hatte.

Das dritte Spiel des Tages bestritten wir gegen die Bohemians aus Prag, und wieder kamen wir nicht über ein 0:0 hinaus. So standen wir am Ende des ersten Gruppentages mit mageren zwei Punkten da – ein Einzug ins Halbfinale war wohl nicht mehr zu schaffen.

Am Nachmittag sahen wir den HSV-Kickern bei einer desaströsen Vorstellung zu – sie gingen 4:0 gegen munter aufspielende Lerverkusener unter. Der neue Trainer Knäbel hatte nichts bewirkt, alles war noch viel schlimmer als zuvor. Nicht wenige prophezeiten den Rothosen nach diesem Auftritt den ersten Abstieg aus der Bundesliga.

Am Ende holten die Leverkusener Fans die Tempos raus und winkten.
Am Ende holten die Leverkusener Fans die Tempos raus und winkten.

Am Ostersonntag wollten unsere Jungs es besser machen, doch mit dem KRC Mechelen wartete ein weiteres Schwergewicht auf  uns. Auch hier unterlagen wir am Ende knapp mit 0:1, hätten ein Unentschieden jedoch durchaus verdient gehabt.

Nun wartete mit Turu Düsseldorf wartete der vermeintlich schwächste Gegner der Gruppe auf uns. Und tatsächlich erzielten wir unser erstes Tor des Turniers und danach gleich noch zwei, so dass wir absolut verdient mit einem 3:0-Sieg vom Platz gingen.

Im letzten Gruppenspiel war durch einen Sieg plötzlich doch noch Platz 3 möglich, aber der wollte erst einmal errungen werden:

Es ging gegen Hobro IK aus Dänemark. Und tatsächlich: Wir trafen erneut und siegten mit 1:0. Gruppendritter!

Tabellen nach der Vorrunde
Tabellen nach der Vorrunde

So stand am Ostermontag nur noch das Spiel um Platz 5 auf dem Plan, Gegner war der SSV Bergisch Born.

Wir drückten von Beginn an, waren die überlegene Mannschaft und gingen absolut verdient mit 1:0 in Führung, wenngleich kurz nach Anpfiff ein Lattentreffer der Gegner uns das Herz in die Hose rutschen ließ. Es war ansonsten ein Spiel auf ein Tor, doch ein zweiter Treffer wollte uns einfach nicht gelingen – Chancen dazu hatte es gegeben. So kam es, wie es immer kommt im Fußball, wenn die eine Mannschaft verpasst, „den Sack zuzumachen“: Es trifft die andere. Wie aus heiterem Himmel kamen die Borner nach einem Fehler im Mittelfeld  zu einem Konter, und drin war der Ball.

Bis zum Ende gelang uns nichts mehr – es gab also Elfmeterschießen.

Auch hier gingen wir durch einen gehaltenen Ball von Can in Führung, doch dann verschossen wir zweimal in Folge, während die Borner trafen. So mussten wir das Platzierungsspiel verloren geben, wenngleich wir spielerisch absolut überlegen waren. Aber so ist es eben im Fußball – deshalb lieben wir ihn.

Im Endspiel standen sich übrigens der FC St. Pauli und der Grazer AK aus Österreich gegenüber.