Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg

Im Gegensatz zu ihrem Profi-Team, waren die VfL-Kicker in unserer Altersklasse im bisherigen Saisonverlauf sehr gut aufgelegt. Zuletzt hatten sie St. Pauli mit 8:0 und Braunschweig mit 6:0 nach Hause geschickt. Aber andererseits unterlagen sie beim HSV mit 3:1. In welche Kategorie wir nach diesem Spiel einzuordnen wären, würde nicht unwesentlich davon abhängen, ob unsere Jungs den Schwung aus dem Hannover-Spiel (4:1 für uns!) mit nach Wolfburg nehmen würden.

Um es kurz zu machen: Leider nicht. Wir liefen von Anfang an den körperlich und technisch stark agierenden Wolfsburgern hinterher, die immer wieder über ihre rechte Seite vorstießen, um den Ball dann für die mitlaufenden Angreifer querzulegen. So kassierten wir nach 16, 19 und 34 Minuten die Tore zum 3:0 Halbzeitstand. Wir konnten bis dahin lediglich einen Kopfball durch Tom nach Freistoß von Moritz verbuchen.

Nach der Pause kassierten wir den vierten Gegentreffer, kamen danach aber besser ins Spiel, waren nun wacher und näher am Gegner. Und in der 47. Minute konnte sich Marcel gegen die Wolfsburger Abwehr durchsetzen und schoss den Anschlusstreffer. In den folgenden Minuten waren wir am Drücker und konnten uns oftmals in der gegenerischen Hälfte festsetzen. Aber dann waren es wieder die Wolfsburger, die kurz vor Spielende die Tore fünf und sechs erzielten.

Der Sieg geht vollkommen in Ordnung, wenn auch vielleicht nicht in dieser Höhe, aber letzte Woche war es andersrum. Punkte aus Wolfsburg hatten wir sicher nicht unbedingt eingeplant, aber nun kommen für uns die „Wochen der Wahrheit“ …

 

Heimspiel gegen Hannover 96

Manchmal kann man es gar nicht mehr abwarten, bis es endlich weitergeht. Wenn man nach fünf Spieltagen erst magere zwei Punkte zu verbuchen hat, dann möchte man diesen Stand schließlich möglichst schnell korrigieren. Oder anders gesagt: Unsere Jungs waren heiß!

Und so begannen sie, wie sie immer beginnen: hellwach und mit der ernsten Absicht, das Spiel zu machen. In Hälfte eins waren wir wieder einmal das spielbestimmende Team und hätten nach einer Großchance – nach Fehlpass eines Hannoverschen Abwehrspielers – in Führung gehen können/müssen.

Und dann kam, was wir leider in den vergangenen Spielen allzu oft erleben mussten. Nach einem Abschlag vom Tor können wir den Ball im Mittelfeld nicht behaupten und blitzartig hat der Gegner eine Chance. Ein wirklich sehenswerter, strammer Schuss schlägt nach 25 Minuten zum 0:1 bei uns ein und lässt unserem Torwart keine Möglichkeit zum Eingreifen.

Aber unsere Jungs können inzwischen mit Rückständen umgehen und spielen weiter ihr Spiel. Und so dauert es nur vier Minuten, bis Lukas in Höhe des Elfmeterpunkts zum Schuss kommt und der gegnerische Keeper genau den Bruchteil einer Sekunde zu spät nach unten abtaucht, den es braucht, um den Ball zum Ausgleich passieren zu lassen. Wir sind wieder da! Ohne weitere Tore geht es in die Pause.

Nach der Pause wird zunächst Hannover immer stärker und bringt vor allem gute Freistöße auf Cans Tor, der jedoch ein ums andere Mal bravourös pariert.

In der 60. Minute wird schließlich Marcel in zentraler Position an der Strafraumgrenze gefoult, doch er kann den Ball noch zu Tom weiterspielen. Der Pfiff bleibt aus und Tom nutzt die Gelegenheit, den Ball völlig unbedrängt annehmen zu können und knallt ihn dann aus etwa 18 Metern unhaltbar ins Netz. Wir führen 2:1!

Jetzt heißt es, den knappen Vorsprung ins Ziel zu retten oder sogar nachzulegen. Die Jungs entscheiden sich für Letzteres. Nach einer schönen Hereingabe von Junior von der linken Seite „müllert“ Moritz den Ball artistisch ins Tor. 3:1 und nur noch fünf Minuten regulär auf der Uhr.

Die Hannoveraner werden nun richtig wütend, wollen das alles nicht wahrhaben und noch während sie schimpfen und zetern, schnappt sich Marcel den Ball auf der linken Außenbahn, marschiert Richtung Grundlinie und mangels Anspielmöglichkeit weiter Richtung kurzem Pfosten. Dann nimmt er allen Frust aus den vergangenen Spielen und feuert ihn zusammen mit dem Ball aus überspitzem Winkel ins Netz. Es steht 4:1 und Niendorf feiert!

Am Ende hätte Lukas fast noch zum 5:1 eingenetzt, doch der Ball trifft nur den Pfosten – das wäre vielleicht auch ein wenig zu viel gewesen.

So siegen wir, vielleicht um ein Tor zu hoch, zum ersten Mal in der Regionalliga und fahren nun mit breiter Brust nach Wolfsburg. Ein Tor (das 5:1) haben wir uns ja schon für diese Partie aufgespart 😉

Auswärts bei Werder Bremen

An unseren letzten Ausflug nach Bremen hatten wir wenig gute Erinnerungen, was nicht zuletzt damit zu tun hatte, dass die Mannschaft aus Arsten ihren letzten Platz in der Fair-Play-Rangliste (wo sie es zurzeit mit 23 auf so viele Punkte bringen, wie die ersten sieben Mannschaften zusammen) auch gegen uns mit ungeahnter Vehemenz verteidigte.

Umso erleichterter waren wir, als sich schon kurz nach Anpfiff der Partie herausstellte, dass diesmal beide Teams nach den gleichen Regeln spielten. Und wieder einmal begannen unsere Jungs beherzt und erspielten sich schon in der Anfangsphase einige Chancen – die größte hatte dabei Sandjar, der leider nur den Pfosten traf.

Werder überzeugte vor allem, wenn sie nach Ballgewinn schnell umschalteten. Auch sie hätten schon vor der Pause zweimal treffen können, verfehlten jedoch in beiden Fällen das Tor. So ging es torlos in die Pause – durchaus leistungsgerecht.

In der zweiten Hälfte erwischten die Bremer eindeutig den besseren Start, denn nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff setzte sich ihr Rechtsaußen gegen unseren Abwehrspieler durch und flankte nach innen wo ein Bremer Stürmer mutterseelenallein den Ball ins Tor drückte. Aus meiner Position war nicht zu erkennen, ob es vielleicht abseits war – die Fahne des Linienrichters blieb jedenfalls unten. Und wir lagen plötzlich 1:0 hinten.

Der Trainer reagierte, wechselte, stellte um und wir waren am Drücker, erspielten uns immer wieder Torchancen. Groß war die Aufregung, als kurz vor Schluss unser Stürmer Marcel im Strafraum zu Boden gerungen wurde und der fällige Pfiff ausblieb.

Am Ende wurden die Jungs für ihren willensstarken Einsatz und das große Kämpferherz ein weiteres Mal nicht belohnt, wieder gingen sie unter Wert vom Platz. Das tat weh.

Tabelle nach fünf von 22 Spieltagen
Tabelle nach fünf von 22 Spieltagen

Nach den ersten fünf Partien stehen wir nun mit mageren zwei Punkten auf einem sicheren Abstiegsplatz, der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt satte vier Punkte und damit doppelt so viele, wie wir uns bisher erspielt haben. Mut macht, dass wir auch gegen den derzeitigen Spitzenreiter aus Kiel lange Zeit gut mithalten konnten und in keinem Spiel bisher abgeschossen wurden, sondern stets mindestens gut mithalten konnten, mitunter sogar besser waren – eben nur nie nach Toren. Nach jedem Spiel vom gegenerischen Trainer für unser gutes Spiel gelobt zu werden, aber ein ums andere Mal mit (fast) leeren Händen dazustehen, ist auf Dauer jedoch frustrierend. Kann das immer nur Pech sein?

Nun sind erst einmal drei Wochen Pause – Zeit, die gesammelten Erfahrungen zu verarbeiten und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Es bleibt weiter spannend!